Ostflandern
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Ostflandern (niederländisch: Oost-Vlaanderen) ist eine der fünf Provinzen von Flandern. Sie liegt zwischen den Provinzen Westflandern und Antwerpen. Im Norden grenzt Ostflandern an die Niederländische Provinz Zeeland und im Süden an die Provinz Henegouw in Wallonien.
Stadhuis van Geraardsbergen
Gent: Vleeshuis
Gent: Gravensteen, die Burg der ehemaligen Grafen von Flandern
Gent
hat seit dem Mittelalter nie an Bedeutung verloren und so zeigt es sich heute als quicklebendige Stadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten. Der Name Gent kommt vom keltischen Wort Ganda, was soviel bedeutet wie Zusammenfluss, Mündung. Nach der Herrschaft der Römer wurde die Stadt um 400 von den Franken eingenommen. Im 9. Jahrhundert kamen die Normannen und plünderten das Gebiet um Gent. Karl der Große versuchte später vergeblich, die Wikinger durch Bau einer Flotte abzuwehren.
Im 11. Jahrhundert wurde Gent zur Metropole der Textilproduktion und, nach Paris als zweitgrößte Stadt Nordeuropas, zur wirtschaftlichen Großmacht. Der Adel musste den Kaufmannsfamilien einen großen Teil der Macht abtreten und war darüber gar nicht glücklich. Es bildeten sich mächtige Zünfte, die sich stets gegen die Vorherrschaft der mittelalterlichen Fürsten wehrten. Je mehr die Zünfte und Kaufmannsfamilien an Macht und Einfluss gewannen, um so mehr pochten sie auch auf ihre Selbständigkeit. Es kam immer wieder zu Aufständen
1338 verbündeten sich schließlich die Genter Zünfte unter dem Kaufmann und diktatorisch regierenden Stadthauptmann Jacob van Artevelde mit den Engländern, um mit diesen zusammen gegen den französischen Adel vorzugehen. (Siehe auch: Schlacht bei Roosebeke)
1384 kam Gent an das Herzogtum Burgund, weil Herzog Philipp der Kühne die Erbin Margarete von Flandern geheiratet hatte. Als dieser die Macht der Zünfte einschränkte, kam es unter der Führung von Philipp van Artevelde erneut zum Aufstand. Die Kämpfe wurden hart und verbittert geführt, doch schließlich mussten sich die Kaufleute von Gent den Burgundern geschlagen geben. Der Streit um Salz- und Getreidesteuern dauerte ganze drei Jahre.Tuchhalle mit Belfried Gravensteen, die Burg der ehemaligen Grafen von Flandern
Am 23. Juli 1453 kam es endlich zur entscheidenden Schlacht an der Schelde: Die 30.000 Mann des Stadtheeres konnten keinen Sieg erringen. Herzog Philipp der Gute ließ die Ratsherren im Büßerhemd vor die Stadt ziehen und um Gnade bitten.
Erst nach der Schlacht von 1453 akzeptierte Gent die Burgunderherrschaft, die bis 1476 dauerte.
1477 erbten die Habsburger Gent durch die Hochzeit von Maria von Burgund mit dem späteren Kaiser Maximilian. Auch dieses Mal wieder kämpften die Kaufleute energisch um ihre Unabhängigkeit und ergaben sich erst 1492.
Am 24. Februar 1500 wird Karl V. im Prinzenhof geboren.
Auch gegen diesen Kaiser rebellierten die Kaufleute, deren Anführer des Aufstands 1539 am Gravensteen geköpft wurden.
Nachdem Gent Mitte des 16. Jahrhunderts an Karls Sohn Philipp II. von Spanien gefallen war, erhoben sich die protestantischen Genter gegen die Katholiken aus Spanien, die demzufolge mit einem Terrorregime reagierten. Die Hinrichtung des Statthalters von Flandern, Lamoral Graf von Egmont, im Jahre 1568 - (Goethe widmete dieser Geschichte ein Theaterstück) - löste schließlich den Befreiungskampf der Niederlande unter Willem von Oranien aus.
1794 eroberten die Franzosen unter Napoléon Bonaparte Flandern und damit auch Gent, 1815 wurde die Stadt dann niederländisch, bis dann 1830 Belgien zum unabhängigen Königreich wurde.
Sehenswürdigkeiten
Gent wird oft als eine der schönsten Städte Europas bezeichnet und konkurriert mit dem touristisch bekannteren Brügge. Ein Großteil der mittelalterlichen Architektur ist unversehrt und erstaunlich gut erhalten. Die Stadt ist Gastgeber einiger großer kultureller Ereignisse, wie den Gentse Feesten und dem Festival van Vlaanderen.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
-der Belfried
-die Grafenburg (Gravensteen) - eine der bedeutendsten
-die St.-Nikolauskirche am Korenmarkt im Stil der Gotik (Scheldegotik)
-die St. Bavo-Kathedrale ist dem Heiligen Bavo geweiht und wurde in den Jahren 1300 bis 1538 gebaut. In der Kathedrale befindet sich der von Jan van Eyck gestaltete Genter Altar
-das Rathaus, vom 15. bis zum 17. Jahrhundert gebaut
-die Tuchhalle - der Bau begann 1425 und wurde erst 1890 nach den ursprünglichen Plänen fertig gestellt
-die Graslei und die Korenlei, Uferstraßen im alten Hafen mit historischen Giebelhäusern
-Ons Huis, der Sitz der Sozialistischen Arbeitervereinigungen von 1910 im eklektischen Stil mit einigen Jugendstilanleihen
Flämische Ardennen
Mitte in dem Flämische Ardennen liegt Ronse (französisch: Renaix),eine flämische Stadt im Südenwesten der Provinz Ostflandern in Belgien mit etwa 24.000 Einwohnern und einer Fläche von 34,5 km².
Die Flämische Ardennen mit sicht auf Ronse
Gent: Belfort